In Schwellen- und Entwicklungsländern spielen Mobiltelefone (voice centric) die wichtigste Rolle. Die Absätze erholen sich nach dem Rückgang infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise sehr schnell. Die lateinamerikanischen Länder Brasilien, Argentinien und Chile wachsen um 28 Prozent, afrikanische Länder südlich der Sahara um 27 Prozent und Südostasien um 19 Prozent. In Indien wächst die Nachfrage nach Mobiltelefonen um 12 Prozent und in China (mit Taiwan und Hong Kong) um 11 Prozent. Dies sind wichtige Absatzmärkte für Hersteller, um den globalen Marktanteil zu steigern. Im Vergleich dazu liegen die Handyverkäufe in Europa sowie in der Region Mittlerer Osten/ Nordafrika mit minus 2 Prozent weiter unter dem bereits vergleichsweise niedrigen Vorjahresniveau.
Hingegen stehen in den westlichen Industriestaaten dank der guten Infrastruktur Produkte mit offenem Betriebssystem (Smartphones) zur mobilen Übermitteilung von Daten (data centric) im Vordergrund. In der Geschäftswelt sind Smartphones bereits Standard. Zunehmend interessieren sich auch private Nutzer für die Vielzahl der flexiblen Anwendungen ("Apps") sowie für den mobilen Zugriff auf soziale Netzwerke und greifen immer häufiger zu Smartphones. In Europa beispielsweise boomt der Absatz von Smartphones mit einem Plus von 52 Prozent. Mit 20 Prozent haben Smartphones im Vergleich zu den anderen Regionen hier den höchsten Anteil. Auch in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika sowie in Südostasien liegt der Anteil von Smartphones bereits bei 19 beziehungsweise 14 Prozent. Große Entwicklungspotenziale bieten China (mit Taiwan und Hong Kong), wo die Verkäufe von Smartphones derzeit 14 Prozent ausmachen, Länder südlich der Sahara mit 8 Prozent und Indien mit vier Prozent. Regionale und internationale Netzbetreiber werden in diesen Ländern in den kommenden Jahren in den Ausbau der Infrastruktur investieren und damit den Absatz ankurbeln.
Der Trend im Mobilfunkmarkt geht zu offenen Betriebssystemen. So ist auf immer mehr Smartphones Android zu finden, auch außerhalb der USA. Zu den etablierten Systemen wie iPhone OS, Windows Mobile, Blackberry OS, Symbian, Palm WEBOS kommt mit Bada, Brew und MeeGo neue Software hinzu. Für die zweite Jahreshälfte haben zudem einige Hersteller neue Versionen angekündigt. Es ist zu erwarten, dass sich offene Betriebssysteme auch auf andere Produktkategorien wie Webpads oder E-Reader ausdehnen werden.
Nach einem Minus von 13 Prozent im vergangenen Jahr erholt sich der deutsche Markt für Mobiltelefone mit einem Plus von 5 Prozent im ersten Halbjahr 2010. Das Wachstum resultiert aus vertragsgebundenen sowie SIMfree-Verkäufen. Bei den SIMfree-Angeboten kombiniert der Kunde Telefon und Vertrag selbst. Häufig fällt die Entscheidung dabei auf Discount-Tarife. Die Netzbetreiber reagieren darauf mit eigenen Discount-Vertriebslinien. Rückläufig sind hingegen Prepaid-Pakete.
Der Trend zum mobilen Internet zeigt sich in Deutschland in mehreren Kategorien. Das Absatzplus von Smartphones in Deutschland liegt bei 59 Prozent. Im Juni war bereits jedes vierte verkaufte Mobiltelefon ein Smartphone. Ebenfalls ein rasantes Wachstum zeigen USB-Sticks für mobile Datenübertragung. Rund 1,1 Millionen providergebundene Sticks werden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verkauft, wobei es sich je etwa zur Hälfte um Prepaid- beziehungsweise vertragsgebundene Modelle handelt. Mehr und mehr umfassen die Angebote eine unbegrenzte Datenübertragung.
In Zukunft wird die Datenspeicherung im Netz, das so genannte Cloud Computing, auch für Smartphones eine wichtigere Rolle spielen und die Netz-Infrastruktur für neue Technologien, die höhere Übertragungsraten ermöglichen, wird weiter ausgebaut werden.
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