Zum Teil lässt sich diese Entwicklung durch den im Vergleich zum Euro stärkeren US-Dollar erklären. Zudem ist aber auch ein weltweiter Trend zu hochwertigen Geräten zu beobachten, wobei das Thema Energieeffizienz eine immer wichtigere Rolle spielt. Während bei Industrie und Verbrauchern in Europa und Nordamerika energiesparende Produkte bereits seit einigen Jahren im Fokus stehen, ist dieser Trend inzwischen auch in den Schwellenländern messbar. Weltweit wird der Kauf von energieeffizienten Hausgeräten zunehmend auch durch staatliche Anreizsysteme unterstützt.
Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise war das erste Halbjahr 2009 für den Markt der Elektrogroßgeräte ein historischer Tiefpunkt. Im weiteren Jahresverlauf gab es bereits erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Dabei wurden die kräftigen Einbrüche auf den Märkten Osteuropas und des Mittleren Ostens durch zweistellige Wachstumsraten in Südostasien und Lateinamerika abgemildert. Ohne die Unterstützung aus den Schwellenländern wäre der Umsatzeinbruch deutlich höher ausgefallen.
Aber trotz der derzeitigen Erholung bewegt sich der europäische Markt auf dem Niveau von 2006. Besonders die Länder Zentral- und Osteuropas haben weiterhin mit den Folgen der Rezession zu kämpfen. In Polen, Rumänien und Ungarn gingen beispielsweise die Verkäufe im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar nochmals deutlich zurück. Hingegen entwickeln sich die Umsätze in Russland oder der Ukraine nach dramatischen Einbrüchen im Vorjahr inzwischen wieder leicht nach oben. In Russland steigen insbesondere die Verkäufe für Solo-Kühlgeräte und Waschmaschinen stark an. Der Markt für Einbaugeräte entwickelte sich dagegen vergleichsweise schwach.
Die Entwicklung auf dem für Hausgeräte bedeutenden westeuropäischen Markt ist im ersten Halbjahr 2010 verhalten positiv. Nach zwei Jahren mit einem starken Rückgang weisen Großbritannien und Spanien nun wieder positive Wachstumsraten auf. In Italien wird der Markt seit April durch staatliche Anreize belebt, welches vor allem bei Küchen und Einbaugeräten – speziell in den Bereichen Einbauspüler und Herde – zu einem Nachfrageschub führt.
Besonders kräftiges Wachstum verzeichnen die Länder des Mittleren Ostens sowie einige Länder Afrikas. Nachdem die Verkäufe in der Region im vergangenen Jahr stark zurückgingen, legen im ersten Halbjahr 2010 die Umsätze beispielsweise in Iran und Ägypten um über 20 Prozent zu. Insbesondere Kühlgeräte und Waschmaschinen erfreuen sich einer hohen Nachfrage. Neben dem makroökonomischen Umfeld wird die Verkaufsentwicklung in den arabischen Staaten erfahrungsgemäß sehr stark von saisonalen Effekten beeinflusst.
Der Markt auf dem afrikanischen Kontinent ist charakterisiert durch niedrige Penetrationsraten bei Haushaltsgeräten. Allerdings ergibt sich hierdurch auch ein großes Potenzial für die Zukunft wie aktuell die starken Wachstumsraten in Ländern wie Nigeria zeigen. Die mit großem Abstand meistverkaufte Produktgruppe in Afrika sind Kühlgeräte. Südafrika als bedeutendster Markt auf dem Kontinent gewinnt nach zuletzt schwacher Entwicklung wieder deutlich hinzu.
Der asiatische Kontinent zeigt wieder ein robustes Wachstum. Angeführt von den großen Volkswirtschaften Chinas und Indiens verzeichnet Asien ein Umsatzplus von fast 20 Prozent, in Indonesien sind es sogar 70 Prozent.
In China wächst der Bereich der Hausgeräte um rund 25 Prozent. Nachdem der Wirtschaftsboom in den Industriezentren in jüngster Zeit etwas nachgelassen hat, spielen ländliche Gebiete eine zunehmend größere Rolle. Die chinesische Regierung hat 2009 begonnen, den Absatz von Hausgeräten in den bislang unterentwickelten Regionen mit gezielten Maßnahmen zu fördern. Aufgrund des Erfolgs laufen die Programme auch in diesem Jahr weiter. Besonders stark entwickeln sich die Verkäufe von Waschmaschinen und Kühlgeräten mit großem Füllvolumen. In den Ballungszentren entwickelt sich ein Trend zu hochwertigen und energiefreundlichen Geräten.
Ein ähnlicher Trend ist derzeit Indien zu beobachten. Der Wachstumsmotor ist hier die stark an Bedeutung gewinnende Mittelschicht. Sie rekrutiert sich aus vergleichsweise jungen und innovationsfreudigen Konsumenten. Steigende Kaufkraft, eine modernere Handelsstruktur und ein erweitertes Programm an Finanzierungsmöglichkeiten tragen zu einem guten Wachstumsumfeld bei.
Der US-Markt erholt sich deutlich und verzeichnet für Elektrogroßgeräte ein Umsatzplus von 8 Prozent. Besonders dynamisch entwickeln sich Geschirrspüler sowie Kühlgeräte und Waschmaschinen mit großem Füllvolumen. Desweiteren ist ein Trend zu energieeffizienten Topladern bei Waschmaschinen zu verzeichnen.
Das Wachstum in Lateinamerika wird weiterhin von Brasilien als wichtigstem Markt in der Region getrieben. Bereits im vergangenen Jahr waren die Abverkäufe von Kühlgeräten, Herden und Waschmaschinen stark angestiegen, nachdem die Regierung die Steuersätze auf verschiedene Güter, darunter Hausgeräte, kräftig gesenkt hatte. Auch zu Beginn dieses Jahres blieb die Nachfrage nach Hausgeräten hoch.
Der globale Markttrend für Elektrogroßgeräte zeigt wieder deutlich nach oben. Für die hochentwickelten Länder sind die Themen Energieeffizienz, Funktionalität und Design die zukünftigen Wachstumstreiber. Für die Schwellenländer besteht noch enormes Entwicklungspotential aufgrund einer an Bedeutung gewinnenden Mittelschicht, die sich durch steigende Kaufkraft und innovationsorientiertes Konsumentenverhalten auszeichnet. Die Nachfrage nach energieeffizienten Hausgeräten wird folglich auch in diesen Ländern steigen.
Die GfK Retail and Technology erhebt im Rahmen ihres Handelspanels regelmäßig Daten zu Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Geschirrspülern, Kühlgeräten, Gefriergeräten, Herden und Backöfen, Kochmulden und -flächen, Dunstabzugshauben sowie Mikrowellengeräten. Die Informationen für den nordamerikanischen Markt stammen vom Marktforschungsunternehmen NPD Group.
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Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,16 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_gruppe
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